Veränderung ist überall um uns herum... Wie gehen wir damit um?

Überall um uns ist Veränderung - aber wie mache ich das Beste daraus?

2016 neigt sich langsam dem Ende zu und damit auch ein Jahr mit unwahrscheinlich vielen Veränderungen. Da war Brexit, die US Wahl und unsere Bundespräsidentenwahl in Österreich, um nur ein paar zu nennen.

Um diese massiven externen Umschichtungen zu ermöglichen, mussten die Menschen anders wählen als zuvor. Um zu einer anderen Auswahl zu kommen, gelangen wir meist vorerst in eine Frustration - wir werden unzufrieden mit dem was ist. Meist drehen wir uns dann in Gesprächen über das Thema im Kreis, ohne jegliche Veränderungen zu bewirken. Können Sie sich an ein solches Dilemma aus der eigenen Erfahrung erinnern? Was unternahmen Sie denn damals dagegen?

Veränderung taucht überall und immer auf. Der Mensch ist Teil der Evolution und Evolution bedeutet Veränderung!

Schauen wir uns doch ein Veränderungsbeispiel von einer Klientin von mir an. Um die Vertraulichkeit zu wahren, nenne ich die Klientin hier in diesem Beispiel Dorothea.

Dorothea ist für die Qualitätsüberwachung einer großen Produktionsfirma zuständig. Sie hat keine direkte Mitarbeiterverantwortung ist aber sehr wohl dafür verantwortlich die beste Qualität mit den Mitarbeitern zu schaffen. Dorothea ist seit 10 Jahren bei der Firma, wo sie damals als administrative Assistentin eingestellt wurde. Sie hat in ihrer Zeit einige Veränderungen gesehen und erlebt, in der Firma sowie privat. Während dieser Zeit hat die Firma, als eine der größten Produktionsfirmen im Gebiet den Menschen der Umgebung immer viel Sicherheit geschaffen. So kam es auch, daβ Dorothea miterleben durfte, wie einige ihrer Freunde und Familienmitglieder der Firma beitraten Das Arbeitsklima war als komfortabel und familienorientiert bekannt. Alle passten auf einander auf.

Dorothea hatte immer genügend zu tun und so nahm sie auch an, dass die Firma erfolgreich ist. Sie stellte die Wirtschaftlichkeit nie wirklich in Frage, da ihr Gehalt/Lohn immer zeitgemäß bezahlt wurde und generell Jobs sehr sicher waren.

Ein typischer Tag begann für sie um 9 Uhr morgens und meistens war sie dann kurz nach 4 Uhr am Nachmittag bei der Familie zu Hause. Dorothea kannte ihre Routine, ihren Ablauf und ihr Boss sagte ihr, wenn und was sich etwas ändern sollte.

Über die letzten Jahre haben sich einige Produktionsfirmen im Gebiet von Dorothea’s Firma angesiedelt. Dorothea hatte außerdem das Gefühl, dass die Kundenanforderungen sehr anspruchsvoll geworden sind, wenn man diese mit den Anforderungen von vor einigen Jahren vergleicht. Wogegen, die Anforderungen an die Mitarbeiter scheinen zu hoch.

Dorothea hört, wie die Menschen über längere Arbeitstage und Überstunden jammern, weil sie mehr arbeiten aber gleich viel verdienen. Anscheinend gab es auch eine Anzahl von Veränderungen an der Spitze des Unternehmens, aber keine dieser Veränderungen scheint nachhaltig zu sein!

Menschen fühlen sich verloren und nicht wichtig. Es gab jede Menge Gerüchte, aber niemand machte etwas dagegen oder stellte Fragen um klarzustellen. Stattdessen schürten die Menschen untereinander Geschichten, sprachen übereinander und Dorothea bemerkte wie auch sie langsam zur Jammerin wurde… unglücklich mit sich und der Firma. Zusätzlich zur Arbeitssituation kamen dann auch noch Probleme zu Hause – was nicht unbedingt hilfreich war.

So kam es, dass Dorothea auch frustriert war, weil sie ja einen Großteil ihrer Zeit in der Arbeit verbringt…

„Warum um Himmels Willen, tun DIE DA OBEN nichts um die Situation zu ändern?“

Und DIE DA OBEN taten genau das und holten einen neuen CEO, der sehr anders agierte als alles andere was die Firma je sah! Er fragte die Menschen:“ Was sie tun würden?“ anstatt ihnen zu sagen was zu tun war!! Dorothea und die Mitarbeiter der Firma waren verwirrt und wussten nicht, was sie davon halten sollten.

DIE DA OBEN sollten den Mitarbeitern doch sagen, was zu tun ist – so war das doch immer!! Warum in aller Welt sollten die Mitarbeiter wissen, was zu tun ist? Allem nach sind es doch die Vorgesetzten, die ihr Geld damit verdienen Mitarbeitern zu sagen was zu tun ist! Alle befanden sich im SCHOCK!

Das Getuschel verselbstständigte sich und nahm eine eigene Dynamik an. Es gab jede Menge ABLEHNUNG über die Veränderungen und Menschen tratschten sehr viel, warteten ab und tauchten unter. Dann, nach einiger Zeit, als sie begriffen, daβ es tatsächlich passieren wird, kam der ÄRGER. Wer denken die, wer sie sind, um so etwas zu tun?! Unsere Firma war so eine tolle Firma und nun ruinieren sie alles mit dieser Vorgangsweise…Wir waren doch so erfolgreich in der Vergangenheit mit dem was wir gemacht haben, warum wollen die das alles ändern?

Mit den Veränderungen in der Firma wurden auch alle Leistungsbarrieren und Erfolgslöcher aufgedeckt, welches den Anlass für die Menschen gab sich gegenseitig für die Fehler SCHULD zuzuschieben. „Das ist nicht mein Verantwortungsbereich…“ war was Dorothea in dieser Zeit sehr oft zu hören bekam.

Nach einiger Zeit, wurde Dorothea das Schuldzuweisungsspiel zu bunt. Die Situation zu Hause war unverändert und hier in der Arbeit passierte dasselbe in Grün! Was ist bloß los? Warum passiert das alles gerade jetzt mit Dorothea? Sie begann sich SELBST SCHULD zu zuschreiben. Sie war sehr VERWIRRT und fühlte sich komplett verloren.

Nach einiger Zeit und nachdem Dorothea sich ein Auszeitwochenende zum Reflektieren nahm, entschloss Dorothea, dass es an der Zeit war die Kontrolle über ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Als sie sich überlegte wie sie das angehen könnte, fing sie an die Situation für das anzunehmen was sie war. Nicht mehr und nicht weniger. Sobald sie die momentane Realität voll zu akzeptieren anfing, begann sich ihr Kopf freier zu fühlen. Ihre Laune veränderte sich von einer schweren Last hin zu einem aufregenden, prickelnden, leichten Gefühl. Sie entschloss, mehr über die bevorstehende Veränderung herauszufinden und fand jemanden im Kreise ihrer Vorgesetzten, dem sie vertraute und der informell die Rolle eines Mentors übernahm. Die beiden beschlossen, dass es Sinn macht sich regelmäßig ein Mal pro Woche zu treffen, um die Entwicklungen zu besprechen und abzustimmen. Dorothea machte dasselbe zu Hause und begann mit ihrer Familie offen über die Probleme zu sprechen um alle Fakten auf den Tisch zu bringen.

Dorothea hatte tausende von Gedanken die durch ihren Kopf rasen! Viele, viele Möglichkeiten was sie tun könnte…. Sie war damit etwas überfordert. Während eines ihrer Treffen mit ihrem Mentor teilte er, dass auch er in der Vergangenheit ähnliche Situationen erlebte. Da fragte Dorothea ihn, wie er es dann schaffte, sich selbst seinem Ziel entgegen zu manövrieren. Den Tipp, den sie erhielt, war jemanden zu finden, der ihr hilft ihre Gedanken, Ziele und Handlungen zu kristallisieren um sie dann auch dazu in die Verantwortung zu ziehen diese umzusetzen.

Genau das machte Dorothea dann auch und nahm mit mir Kontakt auf. Dorothea erarbeitete einen HANDLUNGSPLAN für die nächsten 6 Monate. 3 Mal pro Monat während der nächsten 6 Monate trafen wir uns und überprüften den Fortschritt, dabei arbeiteten wir an Dorotheas Stärken und wie sie diese effektiv einsetzen kann. Wir arbeiteten auch an Dorotheas Denkweise, mit welcher sie alles erreichen konnte, was sie wollte.

Das komische, das Dorothea bemerkte war, dass die Menschen um sie herum begannen, auf diese veränderte Denkweise (und dem damit verbundenen Verhalten) zu reagieren. Dadurch wurden die Unterhaltungen positiv und aufmunternd, was wiederum das Engagement der Mitarbeiter hob und somit auch die LEISTUNG VERSTÄRKTE. Die Ergebnisse begannen sich zu zeigen und Dorothea wurde ein wichtiger Dynamo in der Firma. Sie ist voller Energie und inspiriert ihre Familie und die Kollegen.

Dorothea erhielt gerade die Nachricht einer Beförderung. Sie wird diese neue Rolle mit 1. Januar beginnen, welches gute Auswirkungen auch für ihr Familienleben mit sich bringt. Sie freut sich schon riesig darauf. Dorothea erfuhr wie erfreulich es ist, trotz einer externen Veränderung die Kontrolle über dein eigenes Schicksal zu haben und als Person und der Kariere zu wachsen.

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