Vertrauen und wie erlange ich es?

Vertrauen und wie erlange ich es?

In Zeiten wie diesen ist Vertrauen eines der Grundvoraussetzungen für unser Wohlsein. Menschen, die uns umgeben, zu vertrauen bedeutet, dass wir jeden Sturm meistern können. Wir bekommen dadurch unter anderem Hilfe, Stärke, Motivation, Ergebnisse und Energie.

Vertrauen ist nicht etwas das automatisch vorhanden ist.  Auch ist es etwas bleibendes, wenn es einmal gegeben ist – eher das Gegenteil ist der Fall. Vertrauen ist ständig gefordert: mit jeder Situation und Person. Es wird täglich geschaffen, gestärkt oder zerstört abhängig von unserem Verhalten und Denken. 

Aufrichtiges Vertrauen hat eine sehr charismatische Energie. So sehr, dass wir manchmal gar nicht artikulieren können, warum wir einer Person vertrauen. Wir wissen es einfach. Wir wissen auch, dass wir nicht jedem, der uns bittet zu vertrauen, dies auch geben können. Oft sind wir nicht in der Lage Vertrauen zu schenken. Haben Sie sich schon einmal gefragt warum das so ist?

Was passiert? 

Oft habe ich erlebt, welch Schaden ein Vertrauensbruch für eine Beziehung hinterlassen kann. Egal, ob in persönlichen oder professionellen Situationen im Leben. 

Was kommt auf, wenn ich Sie bitte an eine Situation zu denken, in der Sie Vertrauen in etwas oder jemanden verloren haben. 

Was passierte denn dann als Ergebnis dieses Vertrauensbruches? 

Ich erinnere mich an einige Beispiele wo ein Vertrauensbruch vorkam. Hier ist einer davon, der sich in der Arbeitswelt wiederholen zu scheint:  Des Öfteren höre ich in meinen Coachingsessions, wie sich Menschen von ihren Lieblingskollegen betrogen fühlen. Da arbeitet man viele Jahre zusammen, wird zu Arbeitsfreunden mit denen man auch schon einmal ein Bier trinken geht oder sich sogar hin und wieder mit den Partnern trifft. Dann stellt sich heraus, dass sich über einige Zeit hinweg kleine nervige Dinge angesammelt haben. Keiner der beiden Seiten, fand es bis jetzt allerdings notwendig sich darüber auszutauschen. Es sind ja nur Kleinigkeiten und viel zu unwichtig um den Frieden zu stören. 

Dann passiert etwas: Zum Beispiel tritt einem ein Lieblingskollege plötzlich regelmäßig auf die Zehen indem sie/er sich in die Angelegenheiten des Anderen einmischt. Also dadurch in das Kundenrevier des anderen eindringt. Dabei vielleicht dann auch noch beim Kunden einen nicht unbedingt hilfreichen Eindruck hinterlässt. 

Dabei entsteht, durch die Augen  des einen ein Untergraben der Kompetenz statt, indem er/sie auf den Kunden einging, wenn es nicht unbedingt dessen Bereich der Verantwortlichkeit ist. Unter gewöhnlichen Umständen wäre diese Situation kein Thema. Da würde man sich gegenseitig am Laufenden halten, weil es einfach die Situation erforderte zu reagieren. Ganz im Gegenteil, es würde sogar gerne als Hilfe angenommen. 

Dieses Mal jedoch ist es anders. Der Kunde beschwert sich über die Situation und wie diese gehandhabt wurde. Diese Beschwerde kommt wie ein Blitzschlag! Plötzlich taucht da dieses Thema auf, von dem man nicht einmal wusste, dass es existiert, weil der Kollege einen nicht informierte.  

Es ist ganz einfach die Spitze des proverbalen Eisberges, der Fragen über Integrität und Respekt auslöst. Dann passiert es vielleicht auch noch, dass es mit anderen internen Interessensgruppen ähnliche Situationen gibt und hey presto:  Fertig ist das Hirn Karussell bei dem sich nun dieses Gefühl des Untergrabens oder Hintergehens einstellt. Ganz schnell ist dann das Vertrauen, das über die Jahre hinweg aufgebaut wurde, verletzt oder sogar gebrochen. 

Wie um Himmels Willen passierte dies? Gewöhnlich ist sich eine der zwei Parteien des Beitrages zu dieser Situation nicht oder wenig bewusst. Von deren Perspektive gibt es einige Kleinigkeiten, die aber nicht unbedingt der Rede wert sind und schon gar nicht das Vertrauen bricht.

Das Ergebnis eines Vertrauensbruchs in diesen Situationen hat oft direkte Auswirkungen auf den Endkunden, welches weiters dann potential das Geschäftsergebnis beeinträchtigt. 

Im Alltag oft das einfache nicht halten eines Versprechens oder eines Termins bzw. Deadline kann zu einem Vertrauensbruch führen. 

Ein weiteres Ergebnis auf persönlicher Ebene ist ein Vertrauenszusammenbruch in einer romantischen Beziehung oder Ehe folglich eines Betruges. Entweder Betrug durch das Treffen einer anderen Person, nicht akzeptablen Verhaltens, Bruch eines Abkommens oder unerwartet etwas zu machen, das den anderen verletzt. Hier ist die Konsequenz oft Scheidung oder eine schmerzvolle Trennung. 

Daher gibt es ohne Vertrauen kein erfolgreiches Team, Projekt, Freundschaft oder Partnerschaft. Tatsächlich gibt es keine Gesellschaft ohne Vertrauen.  

Risiken bei Vertrauen

Wir Menschen suchen Sicherheit und sehnen uns danach gemocht, gewollt und vertraut zu werden. Unser Vorsatz generell ist das Beste zu geben, das Beste für uns und unsere Lieben zu schaffen, das wir in der Lage sind. Trotzdem finden wir es oft schwer, anderen Menschen und deren Fähigkeiten in verschiedenen Situationen zu vertrauen. Denken Sie zum Beispiel daran wie schwer es viele finden etwas zu delegieren. 

Warum denken Sie ist das so schwer? Manche Gründe, die ich oft höre, sind: 

Kommen Ihnen diese Gründe bekannt vor?  Sie zeigen uns auf, dass es absolut Risiken gibt, die mit dem Schenken des Vertrauens an Menschen, Situationen oder Prozesse verbunden sind. Genau zu nehmen sind meistens der Großteil davon Unsicherheiten und Ängste oder Denkfallen der eigenen Person.  

Jemandem oder in etwas zu vertrauen macht uns verletzbar. Verletzbarkeit ist nicht etwas das in der Komfortzone der Menschheit liegt. Unser Dinosaurier Hirn (Amygdala) beschützt und for Feinden die unsere Sicherheit bedrohen. Angst und Sorgen sind Emotionen die das Verhalten steuern um uns zu beschützen, also tritt das Dinosaurierhirn in Aktion und versucht uns so zu beschützen wie es dies viele Jahre lang erfolgreich gemacht hat.  Also machen wir das weiter so, weil wir wissen, das dieses Verhalten funktioniert hat und wir dadurch dasselbe Ergebnis bekommen – also kein Risiko eingehen. 

Der Pre-frontal Cortex (der Adler) ist der Teil des Hirns, der neues Verhalten unterstützt, Toleranz und den Mut etwas Neues auszuprobieren willkommen heißt. Allerdings müssen wir dieses neue Verhalten wieder und wieder üben, bis das liebe Dinosaurier Hirn einsieht, das es dem Pre-frontal Cortex (der Adler) vertrauen kann. Das kann laut Studien bis zu 3 Monaten dauern, wenn wir es jeden Tag 1x üben. Das ist der Grund warum Vertrauen regelmässig Aufmerksamkeit braucht um es zu erhalten und zu pflegen. 

Leichter gesagt wie getan – da stimme ich zu. Es ist kein schneller Gewinn, aber es ist absolut den Aufwand wert.  

Wie mach ich das? 

Die Elemente, die Vertrauen ausmachen sind wie eingangs erwähnt:

1. Empathie

Empathie ist das Verständnis wie jemand fühlt und dabei deren Umstände schätzen kann. Ihr Verhalten ist eindeutig, frei von Vorurteilen und emotional intelligent. Sie sind in der Lage die Situation durch die Augen einer anderen Person zu sehen, dabei ihre eigenen Annahmen und Filter weglassen. Es ist auch Mitgefühl für sich selbst und anderen gegenüber zu zeigen und üben. 

2. Klarheit und Transparenz

Menschen denen wir Vertrauen pflegen eine offene Kommunikationskultur. Sie enthalten keine Information oder Gedanken und sind transparent auch in der Kommunikation ihrer Gefühle. Damit meinen wir, dass die auch sagen, wenn sie sich mit jemandem oder einer Situation unwohl fühlen. Sie haben die Fähigkeiten deutlich, klar und auf den Punkt zu kommunizieren ohne aggressiv zu sein. Sie zeigen Mut und sprechen an, wenn sie nicht sicher oder unklar über etwas sind und dann auch ohne zu zögern sagen: „das weiß ich nicht, aber ich werde es herausfinden.“   

3. Investition

Investition im Sinne von etwas zu geben bevor man etwas und auch nichts erhält. Also, jegliche Zweifel zu parken und die andere Person sprechen zu lassen ohne zu werten. Vertrauen vorab, in der Zwischenzeit während man verifiziert und sich vergewissert anzubieten. Zu geben ohne zu erwarten.

4. Handschlagqualität

Das auch zu tun was man sagt, das man tun wird und bis wann man gesagt hat, dass man es tun wird. Gleichzeig den anderen über Alternativen zu informieren, sollten wir dies nicht schaffen. Von anderen nicht das verlangen, was ich selbst nicht praktiziere.  

5. Gedankliche Grosszügigkeit

Es bedeutet in der Lage zu sein die Denkflexibilität zu haben, Ansichten anderer zu akzeptieren egal wie ungewöhnlich, anders oder bizarr diese sein mögen. Akzeptieren hier bedeutet den Vorsatz und Hintergrund des Gedanken/Idee oder Verhalten in Betracht zu ziehen oder diese zu verstehen lernt. Ein echtes Interesse an einem anderen Menschen zu haben. Es bedeutet auch zu verzeihen, wenn etwas nicht sofort passiert oder gleich das erste Mal funktioniert.

Jeder dieser Elemente ist eine Fähigkeit in sich selbst und jede kann vieles für viele Menschen bedeuten. Daher braucht es ein Abkommen um ein gemeinsames Verständnis zu schaffen. 

Das war’s für jetzt, ich habe jeden Punkt hier nur kurz angesprochen. Weiteres ist im Detail in anderen Newsletters als individueller Artikel formuliert. Viel Spaß beim Experimentieren und schreiben Sie mir was passiert. Bitte geben Sie mir Bescheid, wenn Sie Interesse an einen bestimmten Aspekt haben und ich behilflich sein kann.